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Gesetzeslage bei Allwetterreifen

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich der Gesetzgeber in vielen Situationen aus der Verantwortung stiehlt. So ist es zuletzt erst geschehen, als die Zusatzverordnung zur Verwendung von Winterreifen ins Leben gerufen wurde. Anstatt sich hier klar und deutlich auszudrücken, hat der Gesetzgeber die Regelungen mehr als nur schwammig dargelegt. Prinzipiell wurde erwartet, dass eine Winterreifenpflicht eingeführt werden sollte. Am Ende ist dies jedoch nicht mehr als eine Empfehlung hin zum Winterreifen und lässt den Fahrzeughaltern noch sehr viel Spielraum. Besonders die Freunde von Allwetterreifen werden sich diesbezüglich freuen, denn diese sind somit prinzipiell erlaubt worden, wenn der Winter einbricht und mit seinen Wetterkapriolen für schlechte Straßenverhältnisse sorgt. Doch der Reihe nach.

Winterliche Verhältnisse verlangen entsprechende Bereifung

Zunächst einmal leuchtet es den meisten Menschen ein, dass sie ihr Fahrzeug im Winter auch mit Winterreifen ausstatten. Diese Frage stellt sich in den ländlichen Gegenden mit viel Bergen erst gar nicht. Lediglich in den Großstädten, die häufig vom Winter verschont werden, fahren viele Fahrzeuge selbst im Winter mit Sommerreifen. Wenn es dann im Winter weder zu Schneefall kommt, noch dass Eis- oder Reifglätte sich bilden, dann kann dies auch ungestraft vollzogen werden. Dass die Eigenschaften eines Sommerreifens jedoch bei kalten Temperaturen deutlich nachlassen, scheint dem Gesetzgeber egal zu sein.

Ein Allwetterreifen, der vom Prinzip her einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen darstellen soll, ist in dieser Hinsicht auch keine ideale Lösung. Allerdings wird der Allwetterreifen dennoch ausdrücklich erlaubt, wenn er mindestens die Kennzeichnung M + S besitzt. Diese Reifen dürfen dann auch bei winterlichen Verhältnissen gefahren werden, ohne dass dies mit einem Bußgeld bestraft wird. Will man jedoch auf Nummer Sicher gehen, dann sollte der Winterreifen genutzt werden. Diese Empfehlung geben auch die Versicherungen an ihre Versicherungsnehmer aus. Dies betrifft aber in der Realität nur winterliche Verhältnisse wie Sie wie oben beschrieben fast nur außerhalb von Städten auftreten.

Vom Gesetz zugelassen, doch nicht immer die richtige Wahl

Es steht außer Frage, dass ein Allwetterreifen bessere Eigenschaften im Winter besitzt als ein Sommerreifen. Da es sich hierbei jedoch nur um eine Kompromisslösung handelt, liegt er deutlich hinter den Eigenschaften des puren Winterreifens zurück. Das kann durch aus Folgen haben, wenn jemand sein Fahrzeug im Winter mit einem Allwetterreifen ausstattet. Sollte es nun bei winterlichen Verhältnissen zu einem Unfall kommen, so hat der Fahrzeugführer nach dem Gesetz die erforderlichen Reifen benutzt und muss also mit keinerlei Bußgeld rechnen. Aus der Sicht einer Versicherung sieht die Sache schon etwas anders aus. Hier kann es durchaus geschehen, dass der Versicherungsnehmer von der Versicherungsgesellschaft in Regress genommen wird. Das ist meistens dann der Fall, wenn der Unfall hätte vermieden werden können, wenn ein Winterreifen am Fahrzeug angebracht gewesen wäre. Aus diesem Grund sprechen sich Experten und natürlich auch die Versicherer dafür aus, die Grundregel für Winterreifen einzuhalten. Demnach sollte ein Fahrzeug von Oktober bis Ostern mit Winterreifen ausgerüstet sein, damit man für die kalte Jahreszeit richtig gerüstet ist.

Nachteile des Allwetterreifens

Auch wenn es sehr viele Freunde des Allwetterreifens gibt, so muss man deutlich Stellung beziehen, was die Eigenschaften dieses Reifentyps angeht. Es wird zwar immer von einer Kompromisslösung gesprochen, diese ist jedoch anders ausgefallen, als man sich dies im Allgemeinen vorstellt. Richtig ist, dass hier Eigenschaften des Sommer- und des Winterreifens vereint wurden.

Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, der kann nicht darauf verzichten, und wechselt zweimal im Jahr die Reifen seines Autos. Wer im Sommer die perfekten Eigenschaften des Sommerreifens nutzt, der möchte auch im Winter nicht auf die exakt abgestimmten Eigenschaften eines Winterreifens verzichten.

Für alle Autofahrer die jedoch mit dem Kompromiss und einhergehender Geldersparnis leben können ist der Allwetterreifen die richtige Wahl.

Damit genügt in jedem Falle dem Gesetz und die Versicherung ist ebenfalls zufriedengestellt, da man alles dafür getan hat, dass das Fahrzeug auch bei winterlichen Straßenverhältnis sicher unterwegs ist.

Eine klare Aussage wäre wünschenswert

Prinzipiell sollte die Verordnung für die Benutzung von Winterreifen für mehr Sicherheit sorgen. Da die Aussagen des Gesetzgebers in dieser Verordnung jedoch nur sehr schwammig gehalten sind, ist die Unsicherheit in der Bevölkerung sehr groß. Niemand ist sich wirklich sicher, welche Reifen er nun zu welchem Zeitpunkt fahren darf und welche nicht. In erster Linie sollte der Gesetzgeber klar festlegen, was er unter dem Begriff der winterlichen Verhältnisse versteht. Auch beider Reifenwahl sollte eine klare Richtlinie herrschen. Diese sollte in erster Linie die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer in den Vordergrund stellen und auch von den Versicherungsgesellschaften vorbehaltlos anerkannt werden. Sollte die Verordnung in diesen Punkten überarbeitet und verabschiedet werden, dann herrscht in der Bevölkerung auch keine Verunsicherung mehr, ob im Winter die Nutzung von Allwetterreifen ausreichend ist oder nicht.

Derzeit ist der Allwetterreifen bei normalen winterlichen Verhältnissen bei denen es ab und zu Bodenfrost gibt oder auch mal Schnee eine gute Wahl sofern der Allwetterreifen die M + S Kennzeichnung hat. Bei dauerhaftem Frost oder meterhohem Schnee ist man mit einem Winterreifen auf der sichereren Seite.

 


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